News 2007News 26.03.07
 

Leopardenriss in Sichtweite der Lodge - 26.03.07
Viele junge Springböcke, Oryxantilopen und Strauße wurden im Gondwana Cañon Park gesichtet. Bei den 25 Steppenzebras, die im vergangenen Juli im Park ausgesetzt worden waren, gab es ebenfalls Nachwuchs. Park Manager Otto von Kaschke fand am Wochenende ein Junges, das leider seine Mutter verloren hatte. Er nahm es mit und versuchte, es mit der Flasche zu ernähren, doch ohne Erfolg: Am Tag darauf starb es. Normalerweise wird in die Natur nicht eingegriffen; in diesem Fall wurde eine Ausnahme gemacht, weil es sich um eine kleine Gruppe neu angesiedelter Tiere handelte. Trotz des Todesfalls ist der Nachwuchs ein gutes Zeichen dafür, dass sich die Zebras gut am Canyon eingelebt haben; sie stammen aus dem NamibRand Nature Reserve, etwa 120 km südlich des Sossusvlei.

 
   
  Ein (Hartmann's) Bergzebra-Hengst (vorne) hat sich einer Gruppe von (Burchell's) Steppenzebra-Stuten angenommen.  
  Im Januar stießen Mitarbeiter des Parks zudem auf eine Gruppe weiblicher Steppenzebras, die von einem Bergzebra-Hengst beschützt wurde. Da es sich um zwei verschiedene Arten handelt, mag es zwar Junge geben; ähnlich dem Maultier wären diese jedoch steril.
  Besonders große Freude bereitet das Auftauchen großer Raubkatzen. Ende Januar fand Otto von Kaschke an der Straße etwa 10 km nördlich vom Roadhouse den Kadaver einer Oryxantilope und Spuren eines ausgewachsenen Gepards. Das ist aus zwei Gründen eine kleine Sensation: Zum einen sind Geparden von Kleinviehfarmern im Süden Namibias jahrzehntelang verfolgt und drastisch dezimiert worden; zum anderen wagt sich ein einzelner Gepard in der Regel nicht an ein Oryx, das sich heftig zur Wehr setzt und mit seinen langen Hörnern böse Verletzungen verursachen kann. Dieser Gepard hat sein Opfer jedoch an den Straßenzaun gedrückt und ihm damit kaum Raum zur Verteidigung gelassen. Hinzu kam, dass die Kuh trächtig und daher wohl nicht so wendig war. In den Wochen darauf fand Otto von Kaschke 10 km weiter östlich am Holoogberg einen Strauß-Kadaver und davon 15 km weiter südlich an einer Wasserstelle Spuren und Losung eines Gepards.  
   
  Oryx-Kadaver in einer Mulde nahe der Straße. Die im Sand gefundenen Spuren deuten auf einen einzelnen ausgewachsenen Gepard.  
  In den letzten Tagen sorgen Leoparden bei der Cañon Lodge für Aufregung. Mitarbeiter des 2 km entfernten Cañon Village stießen bei der Suche nach zwei entlaufenen Eseln auf einen Leopard, der offenbar einen Springbock erlegt hatte. Kurz darauf fand man Schleifspuren, die an einer Granitkuppe endeten - nur einen Steinwurf vom Hausberg entfernt, auf den Gäste abends zu einem Sundowner geführt werden. Ein paar Tage später wunderte sich eine Mitarbeiterin über eine Gruppe Kudus, die ihren Wagen gar nicht beachteten, sondern stocksteif am Wegrand standen und in eine Richtung starrten. Die Ursache des merkwürdigen Verhaltens war ebenfalls ein Leopard. Vermutlich handelt es sich um mindestens zwei dieser Großkatzen. Menschen werden von Leoparden in der Regel nur angegriffen, wenn sie sich in die Enge getrieben oder ihre Jungen in Gefahr sehen.  
  Die Freude über Raubtiere in der Gegend wird übrigens keineswegs von allen geteilt. Farmer in der Nachbarschaft des Cañon Parks klagen über steigende Verluste an Ziegen und Schafen und sehen den Park als Brutstätte allen Übels. Ab und zu kommen Mitarbeiter des Parks mit den Nachbarn zusammen, um über Probleme und mögliche Lösungen zu beraten.
 
  - Mehr zur Wiederansiedlung der Steppenzebras unter News 23.08.06
- Infos zum NamibRand Nature Reserve siehe www.namibrand.com

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