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Naturpark
am Fischfluss Canyon
Plateauberge und weit ausholende Ebenen mit vereinzelten
Granit- und Doleritkuppen verleihen dem Gondwana Cañon
Park seinen landschaftlichen Reiz. Der Köcherbaum,
eines der Wahrzeichen Namibias, bildet an mehreren Stellen
fotogene Baumgruppen. Und keine 20 km weiter westlich
hat der Fischfluss ein gewaltiges System gewundener
Schluchten ins Erdreich gefressen.
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1995 mit dem
ersten Farmkauf gegründet, umfasst der private
Gondwana Cañon Park mittlerweile eine Fläche
von 1.120 km². Damit ist er der älteste und
größte Naturpark der Gondwana Desert Collection.
Ein Park Manager sorgt für die Hege des Wildes,
im Zuge eines Wildprogramms werden einst heimische Tierarten
wieder angesiedelt - darunter Kuhantilopen und sogar
Giraffen. |
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Besucher
haben die Wahl zwischen den vier Unterkünften der
Cañon Collection: Cañon Lodge, Cañon
Village, Cañon Roadhouse (mit Campingplatz) und
Cañon Mountain Camp. Sie können nicht nur
den Fischfluss Canyon erleben, sondern im Gondwana Cañon
Park auch die faszinierende Wüstenwelt der Nama
Karoo kennen lernen - per Rundfahrt, auf einem Ausritt
oder auch zu Fuß. |
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Die Nama Karoo
ist ein Wüstensystem am südwestlichen Rand
des Sommerregen-Gebietes und erhält jährlich
bis zu 220 mm Niederschlag - mit starken Schwankungen
von Ort zu Ort und von Jahr zu Jahr. Im Gondwana Cañon
Park fallen im Schnitt nur 80 mm Regen pro Jahr. Im
Westen des Parks Bei Cañon Lodge und Village
ist es übrigens trockener als beim 6 km weiter
östlich gelegenen Mountain Camp. Schuld daran ist
der Canyon, der die Luft aufheizt: Sie steigt auf, kühlt
sich ab, sinkt jenseits der Canyon-Ränder wieder
herunter und drängt damit die von Nordosten heranziehenden
Wolken tagsüber ständig zurück. Alle
paar Jahre erhält der Park auch im Winter (April
bis September) etwas Regen. |
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Mit
der Zwergstrauch-Savanne und der Wüsten-Zwergstrauch-Übergangszone
sind zwei Vegetationstypen der Nama Karoo im Park
vertreten. Riesige Flächen sind gesprenkelt
mit halbkugelartigen, etwa 2 m hohen Milchbüschen
(Euphorbia damarana); oft sieht man auch Stammsukkulenten
wie die Kandelaber-Euphorbie (Euphorbia virosa)
oder den bekannten Köcherbaum (Aloe dichotoma).
Typische Tiere der Nama Karoo wie Bergzebra, Springbock,
Gemsbock, Kudu und Strauß fühlen sich
in dem Gebiet sichtlich wohl; hinzu kommen Kuhantilopen
und Giraffen, die vor Jahrzehnten in diesem Gebiet
ausgerottet und vor kurzem erfolgreich wieder
ausgesetzt wurden.
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Wer sich für
Geologie interessiert, findet nicht nur im Fischfluss
Canyon, sondern auch in vielen Gesteinsformationen des
Gondwana Cañon Park ein reiches Feld für
seine Erkundungen. Doleritkuppen zeugen vom Bruch des
Ur-Ur-Kontinentes Rodinia vor 750 Mio. Jahren und mächtige
Schichten aus Sandstein und Kalkstein verraten, dass
diese Gegend vor 600 Mio. Jahren von einem flachen Meer
bedeckt war. |
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Auch
die jüngere, vom Menschen geprägte Geschichte
ist äußerst interessant. Im Canyon
haben vermutlich Vorfahren der San (Buschleuten)
mysteriöse Figuren in den Fels graviert.
Das Gebiet des Gondwana Cañon Parks gehörte
später zum Reich der Bondelswart Nama, die
sich nördlich des Gariep/Oranje mit Hauptsitz
in Warmbad niedergelassen hatten. Nachdem sie
den Krieg gegen die deutsche Schutztruppe (1904
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1908) verloren
hatten, wurde das Land in Farmen aufgeteilt und an deutsche
Siedler verteilt. Zwei Brüder aus Bayern errichteten
damals das Haus, in dem heute Rezeption und Restaurant
der Cañon Lodge untergebracht sind. Sie wurden
nach dem Ersten Weltkrieg 1919 mit Tausenden anderer
Deutscher von Südafrika ausgewiesen. Jahrzehntelang
wurde das Land am Canyon noch für Rinder-, Schaf-
und Ziegenhaltung genutzt. |
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Mit der Unabhängigkeit
Namibias 1990 nahm der Tourismus in Namibia zu. Ab 1995
kauften Geschäftsleute mit Liebe zum Süden
Namibias östlich der Hauptsehenswürdigkeit
des Fischfluss Canyons mehrere Farmen auf. Man stellte
die Viehhaltung ein, baute die inneren Zäune ab,
richtete wildgerechte Wasserstellen ein und siedelte
ehemals heimisches Wild wieder an. Finanziert wird der
Naturschutz durch Einkünfte aus dem Gastbetrieb,
für den weniger als 5 Prozent der Parkfläche
genutzt werden. Außerdem bietet der Gondwana Cañon
Park mittlerweile mehr als 100 Mitarbeitern ein festes
Einkommen und eine Zukunftsperspektive. |
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